12 Mrz

Wahlversprechen

Einen Tag vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz bin ich mir immer noch nicht ganz sicher, was oder wen ich denn nun wählen soll. Dabei steht bei mir gänzlich außer Frage, ob ich überhaupt wählen gehe. Ich verstehe das gesetzlich verankerte Wahlrecht eher als Wahlpflicht.
Aus den Medien und von Wahlplakaten sind mir die Konterfeis der jeweiligen Kandidaten gut sichtbar vorgehalten und damit ausreichend lange ins Hirn gebrannt worden, was meiner Entscheidungsfindung auch nicht ansatzweise in zweckdienlicher Weise weiterverhalf.
Die Befürchtungen, dass doch „alles so bleibt“ und „man kann ja doch nichts ändern“, liegen dem erfahrenen Wähler nahe. Es stellt sich die Frage, was sich denn ändern solle, falls eine andere große Partei an die Macht käme. Da liegt der Hase im Pfeffer und der Hund begraben: die beiden Großen geben bzw. nehmen sich nicht viel, wenn auch vorher viel versprochen wird. Der eine sagt vorher so und der andere hält oppositionell dagegen. In der nächsten Legislaturperiode ist es genau anders herum: das selbe Spiel, nur mit vertauschten Rollen.
Generell kann man ein derart großes Gefährt wie ein Bundesland oder im nächsten Jahr die ganze Republik nicht einfach von heute auf morgen herumreißen und alles richtig machen. Es braucht Zeit, bis sich Änderungen langsam aber sicher Wirkung verschaffen. Das gilt übrigens auch für hierarchisch tiefer gelegene Verwaltungseinheiten wie Verbands- oder Ortsgemeinden.

Ich erkläre das Wort „Wahlversprechen“ in einer anderen semantischen Deutung: Vor der Wahl werden viele Wahlversprechen gegeben. Dabei handelt es sich lediglich um fehlgeleitete Aussagen seitens der Politiker. Diese Menschen haben sich einfach nur vor der Wahl versprochen!

Abschließend kann ich noch folgendes resümieren: Nach Ausschluss einiger Parteien, deren Gesinnung ich auf keinen Fall unterstütze, lichtet sich das Feld etwas. Aber der Kandidat, der deutlich aus dem Durchschnitt heraustritt, ist für mich noch nicht erkennbar. Es bleibt wohl nichts anderes übrig, als das für mich geringste Übel zu wählen. Damit wird die Entscheidung am Wahlsonntag nicht gerade einfacher… und das Spiel beginnt wieder von vorne.

325 Wörter, 20 Sätze
16 Wörter durchschn. Satzlänge
26,29% Anteil langer Wörter
42,29 LIX
Schwierigkeit niedrig
03 Mrz

Alkohol ist keine Lösung

Mitunter hört man manchmal den Ausspruch „Alkohol ist keine Lösung“ in diversen Lebenssituationen. Lange brütete ich über der Sinnhaftigkeit dieser Behauptung und der daraus folgenden Bedeutung für das alltägliche Leben. Leider kam ich zu keinem befriedigenden Ergebnis.

So fragte ich verzweifelt einen mir wohlgesonnenen und immer aufgeschlossenen langjährigen Freund: „OK Google. Was ist Alkohol?“ Beim Anlesen des Suchergebnisses fiel es mir, neben der schönen Erinnerung an die Schulzeit, gleich wieder ein: „Natürlich! Alkohol – auch als Ethanol bezeichnet – ist der Stoffgruppe der Alkohole zugeordnet und damit eine chemische Verbindung.“ Mit dieser Erkenntnis wandte ich mich weiteren Recherchen zu.

Nun zur zweiten Frage, was es mit besagter Lösung auf sich haben könnte. Erneut frug ich meinen stillen Wegbegleiter, die „allwissende Müllhalde“, und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Eine Lösung ist also ein homogenes Gemisch aus mindestens zwei chemischen Stoffen. Aha.

Damit wurde mir die Tragweite der eingangs erwähnten Floskel und ihre Bedeutung bewusst: Es ist keine Lebensweisheit, wie es zunächst den Anschein hatte, sondern eine im chemischen Sinne wahre Aussage. Als ich nun die gefundenen Definitionen in die etwas verschleierte und damit unverständliche Redewendung substituierte, erhielt ich den finalen Durchblick:

„Eine chemische Verbindung ist kein homogenes Gemisch aus mindestens zwei chemischen Stoffen.“

Hört sich logisch an. So verbleibe ich für heute mit einem fröhlichen „quod erat demonstrandum“ und wünsche noch einen schönen Abend.

222 Wörter, 17 Sätze
13 Wörter durchschn. Satzlänge
37,66% Anteil langer Wörter
50,66 LIX
Schwierigkeit mittel