09 Mrz

Die Deklination eines Numerals

Der in Beuren gepflegte Dialekt, der lokal auch gerne als „Beierner Platt“ bezeichnet wird, gehört zu den moselfränkischen Mundarten und hat sich über die Zeit eine kleine Besonderheit erhalten.
Im jüngeren Neuhochdeutsch, das heute größtenteils verbreitet ist, wird das Zahlwort „zwei“ nicht mehr in den grammatischen Geschlechtern männlich, weiblich und sächlich unterschieden. Diese Unterscheidung war allerdings noch bis ins 18. Jahrhundert im Hochdeutschen gegeben.
Genau diese grammatikalische Regel aus der damaligen Zeit kann man heute noch im Beurener Dialekt heraushören.
Das Zahlwort „zwei“ wird somit in die Varianten „zween“, „zwo“ und „zwei“ (als „zwä“ ausgesprochen) unterteilt.

Beispiel:
„Lo kommen zween Männer, zwo Fra:en onn zwä Känner!“
„Da kommen zwei Männer, zwei Frauen und zwei Kinder!“

Gemischtgeschlechtliche Substantive werden dabei als sächlich behandelt. So lebt das Erbe unserer Sprache in kleinen Details weiter. Faszinierend!

Weiterführende Literatur:

Moselfränkische Dialekte (in den Beispielen sieht man übrigens diverse Formen von „Nachbar“)
Zahlwort Zwei

150 Wörter, 12 Sätze
12 Wörter durchschn. Satzlänge
34,7% Anteil langer Wörter
46,7 LIX
Schwierigkeit mittel
03 Feb

Wortherkunft

Der Domainname nohpa.de dieser Website erbte seinen Namen aus der Mundart meines Heimatortes in leicht abgewandelter Form. Genaugenommen ist „Nachbar“ in meinem Heimat-Dialekt wie folgt definiert:

Nòòper /’nɔ:pər/ m Pl. /-n*/ Nachbar
Quellenangabe: Anna Peetz & Manfred Pützer: Wörterbuch der Beurener Mundart. Alta Silva Verlag, 2000, S. 79.

Im Sprachgebrauch hat sich noch eine zweite Bedeutung des Wortes etabliert. Gelegentlich werden auch gute Freunde als „Nooper“ tituliert.
Daher auch der Ausspruch „En Nooper bleift en Nooper“ – im übertragenen Sinne: „Ein Nachbar wird zu einem Freund“.

74 Wörter, 7 Sätze
10 Wörter durchschn. Satzlänge
31,08% Anteil langer Wörter
41,08 LIX
Schwierigkeit niedrig