10 Mrz

Muh-sik ist Trumpf

Der Urgedanke für die Verwendung dieses Blogs (hier umschiffe ich die Frage nach dem grammatischen Geschlecht gekonnt) war hauptsächlich dem Themenkomplex der Musik angedacht. Aus Ermangelung erwähnenswerter Erinnerungen war es mir bislang verwehrt, diese Absicht konsequent zu verfolgen. Vielleicht klappt’s jetzt…

Ein immer wieder unterschätztes Betätigungsfeld für Nerds ist definitiv die Musik – und mit Musik meine ich natürlich die selbstgemachte Live-Musik. Musik hören kann schließlich jeder, der binaural oder bisweilen monaural bestückt ist.

So kam es, dass mir der Grundgedanke des Erzeugens wohlgeordneter Schallwellen bereits früh zu eigen wurde. Ich betone hier deutlich: es bedurfte der Erfassung der Grundlagen nicht mehr. Die Frage nach dem „wer und warum“ war also erschöpfend geklärt, nur das „womit und wie“ stand noch in den Sternen. Kurzerhand besorgte mir mein Vater damals eine eigens zum Lernen ausgeliehene Trompete. Nicht nur sie musste einiges mitmachen, sondern auch die Hörmuscheln der im Ereigniskreis befindlichen Zeitgenossen jeglicher Art und Rasse ebenso. Und die akustische Reichweite einer Trompete kann durchaus beeindruckend sein, wenn man es nur richtig anstellt. Zusätzlich kam neben der Lautstärke auch noch die kakophone Außenwirkung aller möglichen und nicht ganz aufeinander abgestimmten Töne und Klangfarben hinzu.

So begab es sich fortan täglich in der Zeit des frühen Nachmittags, dass die Kühe des Bauern auf der gerade noch in Hördistanz befindlichen Weide ohne ersichtlichen Grund am dorf-fernen Abschnitt begannen, den Weidezaun anzunagen. Vermutlich wollten die armen Tiere aus ungeklärtem aber triftigen Anlass einfach nur weit weg. Direkte Zusammenhänge mit meiner anfangs noch dilettantischen Probenarbeit können hier nur vermutet, aber zu meiner heutigen Erleichterung nicht bewiesen werden.
Mit viel Mühe lernte ich allmählich die Beherrschung des genannten Blechblasinstruments und das Ergebnis wurde mit der Zeit sogar recht passabel. Auch die Kühe auf der Weide gaben langsam wieder Milch. So erfuhr ich es zumindest irgendwann in beiläufiger Erwähnung von meiner Großmutter, die abends immer munter aus dem aktuellen Dorf-Tratsch rezitierte.

Abschließend ein historisches Dokument aus dieser Schaffensphase zur Begutachtung. Rückblickend muss ich zugeben, dass mir die Kühe und auch die Nachbarn meiner Eltern in ihrer buchstäblich ausweglosen Situation sehr leid tun. Das wollte ich nicht!

01_trompeterAbbildung: Der Trompeter in seinem Arbeitszimmer

 

353 Wörter, 22 Sätze
16 Wörter durchschn. Satzlänge
34,3% Anteil langer Wörter
50,3 LIX
Schwierigkeit mittel